Beni Hasan

Felsgräber des Mittleren Reiches mit lebendigen Wandszenen

Beni Hasan

Typischer Besuch: 1 Std. 30 Min.

Epoche: 2000 v. Chr. · Mittleres Reich

Eine Reihe in die Felswand gehauener Gräber über dem Nil, bemalt mit ungewöhnlich lebendigen Szenen des Alltagslebens.

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Fotos

Beni Hasan — 2
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Überblick

Eine Terrasse von Felsgräbern hoch in den Klippen am Ostufer bei Minya, mit weitem Blick über das Niltal. Neununddreißig Gräber wurden hier für die Provinzgouverneure des Mittleren Reiches geschlagen; zwölf sind ausgemalt, vier meist geöffnet.

Es sind keine Königsgräber, und darin liegt der Reiz. Die Malereien zeigen, was Menschen tatsächlich taten — und weil Provinzadlige nicht an die Konventionen des Hofes gebunden waren, sind die Szenen ungewöhnlich vielfältig und genau beobachtet.

Was an den Wänden steht

  • Ringkampf-Folgen — Hunderte von Figurenpaaren, jedes Paar ein eigener Griff, in Reihen angeordnet, sodass sich die Bewegungen der Reihe nach lesen wie eine Anleitung
  • Handwerksbetriebe: Glasherstellung, Weberei, Metallarbeit, Tischlerei, Schritt für Schritt gezeigt
  • Jagd in der Wüste, Viehhaltung, Bootsbau, Ernte und Dreschen
  • Akrobaten, Tänzerinnen, Brettspiele und eine bemerkenswerte Bandbreite an Tieren

Der Ort ist still, der Aufstieg misst ein paar hundert Stufen, und der Blick von der Terrasse lohnt schon für sich.

Geschichte & Hintergrund

Die Gräber gehören den Gaufürsten — erblichen Statthaltern des Oryx-Gaus —, die diesen Nilabschnitt in der 11. und 12. Dynastie um 2000 v. Chr. verwalteten. Es war eine Zeit, in der Provinzfamilien echte eigenständige Macht besaßen, und die Größe dieser Gräber ist ihr Maß. Binnen ein, zwei Jahrhunderten hatte die Krone diese Autonomie beschnitten, und niemand in der Provinz baute je wieder so.

Die Karawane

Das meistdiskutierte Bild von Beni Hasan findet sich im Grab des Chnumhotep II. Es zeigt eine Gruppe von siebenunddreißig Fremden bei der Ankunft in Ägypten — Männer, Frauen und Kinder in bunt gemusterter Wollkleidung, ganz anders als ägyptisches Leinen, mit Eseln, einer Leier, Waffen und Augenschminke. Ein Schreiber verzeichnet sie; ihr Anführer heißt Abischa, und sie sind als Aamu bezeichnet, der ägyptische Begriff für Menschen aus der Levante.

Es ist eine der frühesten detaillierten Darstellungen semitischsprachiger Menschen überhaupt, um 1890 v. Chr. gemalt, und man streitet seit anderthalb Jahrhunderten darüber — über das, was sie zu Handel und Wanderung zwischen Ägypten und Kanaan sagt, und, strittiger, ob sie die biblischen Berichte derselben Zeit erhellt. Die Malerei selbst ist sorgfältig, neugierig und ganz ohne Feindseligkeit: der Vermerk über Besucher, angefertigt von jemandem, der sie genau ansah.

Empfindlich

Die Gräber haben unter Erdbeben, Besuchern des 19. Jahrhunderts und Rauch gelitten. Konservierungsarbeiten haben mehrere stabilisiert, doch die Farbe ist deutlich schwächer als auf frühen Kopien, die Expeditionen des 19. Jahrhunderts anfertigten — die heute stellenweise die bessere Quelle sind.

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Empfohlen: 1 Std. 30 Min. vor Ort — im Planer können Sie die Zeit kürzen.
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