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Reiseziele · 15. Okt. 2026

Würzburg Sehenswürdigkeiten: Residenz, Alte Mainbrücke und Frankenwein

Was Sie sehen sollten, wie lange Sie bleiben und wie ein perfekter Tag in der Stadt am Beginn der Romantischen Straße aussieht

Würzburg Sehenswürdigkeiten: Residenz, Alte Mainbrücke und Frankenwein

Würzburg lohnt einen ganzen Tag, noch besser zwei. Vormittags in die Residenz, ein UNESCO-Welterbe mit einem der größten Deckenfresken der Welt, abends mit einem Glas Frankenwein auf die Alte Mainbrücke und dazwischen hinauf zur Festung Marienberg mit Blick über die Weinberge. Als offizieller Startpunkt der Romantischen Straße ist die Stadt außerdem ein idealer Ausgangspunkt für Süddeutschland.

Warum sich Würzburg lohnt

Würzburg liegt am Main in Unterfranken, im Norden Bayerns, etwa auf halber Strecke zwischen Frankfurt und Nürnberg. Die Universitätsstadt mit rund 130.000 Einwohnern ist so kompakt, dass man die Altstadt in einer halben Stunde zu Fuß durchquert, und die steilen Weinlagen reichen bis an den Rand des Zentrums. Beim Luftangriff im März 1945 wurde der größte Teil der Innenstadt zerstört und anschließend sorgfältig wieder aufgebaut. Was man heute sieht, ist eine Mischung aus restauriertem Barock, rekonstruierten Kirchen und Nachkriegsstraßen. Gerade diese Geschichte macht die Stadt spannend, und ein guter Guide zeigt Ihnen, wo Altes und Wiederaufgebautes aufeinandertreffen.

Besonders ist die Kombination: ein Schloss von Weltrang, eine mittelalterliche Festung, eine Brücke voller Heiligenfiguren und eine Weinkultur, die zum Alltag gehört und nicht für Touristen inszeniert ist. Nach Feierabend trifft man sich tatsächlich mit einem Silvaner auf der Brücke.

Die Würzburger Residenz

Die Residenz entstand im 18. Jahrhundert für die Würzburger Fürstbischöfe, maßgeblich nach Plänen von Balthasar Neumann, und gehört seit 1981 zum UNESCO-Welterbe. Höhepunkt ist das Treppenhaus: ein weit gespanntes, stützenfreies Gewölbe, darüber Giovanni Battista Tiepolos Fresko der vier Erdteile, vollendet Anfang der 1750er-Jahre. Es zählt zu den größten Deckenfresken der Welt, und der Moment, in dem es sich beim Hinaufsteigen über einem öffnet, bleibt den meisten Besuchern in Erinnerung.

Weißer Saal, Kaisersaal und das rekonstruierte Spiegelkabinett zeigen, wie viel nach 1945 wiederhergestellt wurde. Manche Räume sind nur im Rahmen einer Führung der Bayerischen Schlösserverwaltung zugänglich, und auch die Regeln zum Fotografieren haben sich im Lauf der Jahre geändert. Informieren Sie sich daher vorab über die aktuellen Bedingungen (Stand 2026 werden die Prunkräume in Gruppen besichtigt). Planen Sie mindestens neunzig Minuten ein, dazu Zeit für den Hofgarten hinter dem Schloss, der kostenlos ist und frühmorgens angenehm ruhig.

Wer die Hintergründe ausführlich erklärt bekommen möchte, bucht eine private Führung durch Residenz und Hofgarten: Sie bestimmen das Tempo und können Fragen zu Fürstbischöfen, Baumeistern und der Rettung der Fresken im Krieg stellen.

Alte Mainbrücke und Brückenschoppen

Die Alte Mainbrücke ist eine Fußgängerbrücke aus Stein aus dem 15. und 16. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert mit zwölf überlebensgroßen barocken Figuren von Heiligen und Herrschern geschmückt. Auf der einen Seite thront die Festung, auf der anderen ragen die Domtürme auf, kein Wunder, dass dies das meistfotografierte Motiv der Stadt ist.

Der lokale Brauch heißt Brückenschoppen: Man kauft an einem der kleinen Weinausschänke am Altstadtende der Brücke ein Glas Wein und trinkt es an der Brüstung. Auf das Glas wird meist Pfand erhoben, das man bei Rückgabe zurückbekommt. An warmen Abenden ist die Brücke voll, und genau das gehört dazu. Unser Altstadtrundgang mit Wein auf der Alten Mainbrücke endet genau dort.

Festung Marienberg und die Weinberge

Die Festung auf dem Hügel gegenüber war Sitz der Fürstbischöfe, bevor sie in die Residenz umzogen. Der Aufstieg von der Brücke dauert etwa 20 bis 30 Minuten durch die Weinberge und ist stellenweise steil; in der Saison fährt auch ein Bus. Belohnt wird man mit dem klassischen Blick auf Altstadt, Main und Brücke. Die Museen in der Festung haben saisonal wechselnde Öffnungszeiten und sind teilweise von Sanierungsarbeiten betroffen, prüfen Sie das also vorher.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Altstadt

  • Kiliansdom: romanischer Dom, nach dem Krieg wieder aufgebaut, mit einer auffälligen Mischung aus alter und moderner Ausstattung.
  • Neumünster: Barockkirche über der überlieferten Grabstätte des irischen Missionars Kilian und seiner Gefährten.
  • Marienkapelle und Marktplatz: gotische Kapelle am Markt, wo der Wochenmarkt und im Winter der Weihnachtsmarkt stattfinden.
  • Bürgerspital und Juliusspital: zwei historische Stiftungen, die zugleich zu den größten Weingütern Deutschlands gehören, beide mit Weinstuben und Verkauf in der Innenstadt.
  • Käppele: barocke Wallfahrtskirche über dem Main, erreichbar über einen Kreuzweg, mit einem ruhigeren Blick zurück zur Festung.

Frankenwein in Würzburg

Würzburg ist die Hauptstadt des Frankenweins. Die typische Rebsorte ist der Silvaner, meist trocken und mineralisch, die typische Flasche der flache, runde Bocksbeutel. Die berühmte Lage Würzburger Stein liegt direkt hinter dem Hauptbahnhof. Fachwissen braucht man nicht: In den meisten Weinstuben gibt es offene Weine, und das Personal erklärt gern den Unterschied zwischen Silvaner, Müller-Thurgau und Riesling. Im September und Oktober gibt es vielerorts Federweißer mit Zwiebelkuchen.

Ein Tag in Würzburg: Vorschlag

  1. Vormittag: Residenz zur Öffnung, danach Hofgarten.
  2. Später Vormittag: über die Hofstraße zu Dom und Neumünster.
  3. Mittag: fränkisches Essen in einer Weinstube von Bürgerspital oder Juliusspital.
  4. Nachmittag: über die Alte Mainbrücke und hinauf zur Festung Marienberg.
  5. Abend: zurück zur Brücke auf einen Brückenschoppen bei Sonnenuntergang.

Wenn die Zeit knapp ist und jemand anderes die Route planen soll, ist eine private Stadtführung durch Würzburg mit eigenem Guide die bequeme Wahl; sie lässt sich an Ihre Interessen anpassen.

Anreise und Fortbewegung

Der Würzburger Hauptbahnhof liegt an wichtigen ICE-Strecken. Direkte Züge erreichen Frankfurt und Nürnberg in jeweils etwa einer Stunde, München in rund zwei Stunden; Fahrpläne ändern sich, prüfen Sie daher die Verbindungen bei der Deutschen Bahn. Der nächste große Flughafen ist Frankfurt. In der Stadt ist fast alles zu Fuß erreichbar, für längere Strecken fährt die Straßenbahn. Vom Bahnhof zum Marktplatz sind es etwa 15 Minuten zu Fuß.

Die beste Reisezeit

Am angenehmsten ist es vom späten Frühjahr bis in den Frühherbst, mit langen Abenden auf der Brücke und den Weinfesten des Sommers. Die Weinlese im September und Oktober bringt Federweißer und bunte Weinberge. Von Ende November bis kurz vor Weihnachten findet auf dem Marktplatz der Weihnachtsmarkt statt. Januar und Februar sind ruhig und kalt, die Residenz ist aber drinnen, und es ist deutlich weniger los.

Würzburg auf einer größeren Reise

Würzburg ist der nördliche Beginn der Romantischen Straße, die über Rothenburg ob der Tauber Richtung Alpen führt. Bamberg mit seiner eigenen Welterbe-Altstadt und dem Rauchbier liegt etwa eine Zugstunde entfernt, Nürnberg ähnlich weit. Viele Reisende verbinden zwei oder drei dieser fränkischen Städte in wenigen Tagen.

FAQ

Wie viele Tage braucht man für Würzburg?

Ein voller Tag reicht für Residenz, Altstadt, Brücke und Festung. Mit zwei Tagen kommen eine Weinprobe, das Käppele und ein entspannter Abend hinzu, oder ein Ausflug auf der Romantischen Straße.

Kann man die Residenz ohne Führung besichtigen?

Einige Bereiche, darunter Treppenhaus und Haupträume, sind individuell zugänglich, andere Räume nur mit Führung. Die Regelungen ändern sich, informieren Sie sich daher vorab bei der Schlösserverwaltung.

Was ist ein Brückenschoppen?

Ein Glas Wein, das man an einem Ausschank an der Alten Mainbrücke kauft und auf der Brücke trinkt. Auf das Glas zahlt man meist Pfand, das man bei der Rückgabe zurückerhält.

Eignet sich Würzburg als Ausgangspunkt für die Romantische Straße?

Ja. Würzburg ist der offizielle nördliche Startpunkt, hat schnelle Bahnverbindungen, und ein Tagesausflug nach Rothenburg ob der Tauber lässt sich von hier gut organisieren.

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