Iftar und Suhur: die zwei Mahlzeiten des Tages
Den Rhythmus des Ramadan bestimmen zwei Mahlzeiten. Iftar ist das Fastenbrechen bei Sonnenuntergang. Traditionell beginnt es mit Datteln und Wasser, dann folgen das Gebet und eine reichhaltigere Mahlzeit. Suhur wird vor der Morgendämmerung gegessen, oft spät in der Nacht, bevor der nächste Fastentag beginnt.
Für Besucher ist der Iftar der Moment, unterwegs zu sein. In Dubai wird der Sonnenuntergang noch immer an mehreren Orten der Stadt mit einem Kanonenschuss angezeigt; die Polizei von Dubai gibt die Standorte jedes Jahr bekannt, und der Schuss in der Abenddämmerung ist eine kleine öffentliche Tradition, zu der Familien herauskommen. Viele Hotels richten Iftar-Buffets oder Ramadan-Zelte ein, zahlreiche Restaurants bieten eigene Iftar-Menüs an. Nichtmuslime sind überall willkommen, und ein gemeinsamer Iftar gehört zu den gastfreundlichsten Erlebnissen dieses Monats. Rechnen Sie mit Datteln, Suppen, Reisgerichten, Gegrilltem und Süßem wie Luqaimat, kleinen frittierten Teigbällchen mit Dattelsirup.
Zwei praktische Hinweise. Erstens ist die Stunde vor Sonnenuntergang die verkehrsreichste des Tages, weil alle nach Hause oder zu einer Einladung fahren. Planen Sie für diese Stunde keinen knappen Transfer und keine Taxifahrt mit fester Ankunftszeit. Zweitens sind beliebte Iftar-Adressen schnell voll, reservieren Sie also vorab, besonders am Wochenende. Nach dem Iftar bleibt die Stadt lange wach; Suhur-Runden und Abendmärkte laufen bis weit nach Mitternacht, die Stimmung ist entspannt und gesellig.
Öffnungszeiten im Fastenmonat
Im Ramadan verkürzen sich die Arbeitszeiten im ganzen Land. Behörden arbeiten mit reduzierten Zeiten, in der Privatwirtschaft wird der Arbeitstag um zwei Stunden kürzer. Für Besucher zeigt sich das vor allem auf zweierlei Weise: Dienstleistungen am Tag schließen mitunter früher, viele Geschäfte und Malls haben dafür bis spät in die Nacht geöffnet.
Sehenswürdigkeiten, Museen und Freizeitparks legen ihre Ramadan-Zeiten jedes Jahr neu fest, und sie ändern sich von Jahr zu Jahr. Wir nennen hier keine genauen Uhrzeiten, weil sie bei Ihrer Reise längst überholt wären. Prüfen Sie in der Woche vor dem Besuch die offizielle Website der jeweiligen Sehenswürdigkeit und legen Sie das Besichtigungsprogramm eher auf den Vormittag und den Abend als auf den späten Nachmittag.
Das gilt besonders für die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi. Sie bleibt im Ramadan für Touristen geöffnet, aber mit kürzeren Zeiten: Abends rund um den Iftar schließt sie für Besucher, und in den letzten zehn Tagen des Monats, deren Nächte dem Gebet gehören, ist sie nach Sonnenuntergang nur für Betende zugänglich. Die offizielle Website der Moschee veröffentlicht den Ramadan-Zeitplan kurz vor Monatsbeginn. Die Kleiderordnung ist dieselbe wie im übrigen Jahr: für Frauen weite, knöchellange Kleidung mit langen Ärmeln und ein Kopftuch, für Männer lange Hosen und Oberteile mit Ärmeln, und vor den Gebetshallen werden die Schuhe ausgezogen.
Unser Halbtagesausflug zur Scheich-Zayid-Moschee ab Dubai holt Sie an Ihrem Hotel in Dubai oder am Kreuzfahrtterminal ab, fährt in etwa eineinhalb bis zwei Stunden nach Abu Dhabi und lässt Ihnen Zeit für Innenhöfe, Säulengänge und die große Gebetshalle, bevor es zurückgeht, insgesamt rund fünf Stunden. Er startet wahlweise am Vormittag oder am Nachmittag. Im Ramadan ist der Vormittag die sicherere Wahl, weil Sie die Moschee lange vor den eingeschränkten Abendzeiten erreichen. Wenn Sie im Fastenmonat reisen, nennen Sie uns Ihre Daten, und wir prüfen, welche Abfahrt passt.
Wüstentouren und Ausflüge im Ramadan
Wüstensafaris finden auch im Ramadan statt, und der Ablauf einer Abendsafari passt gut zu diesem Monat: Sie erreichen die Dünen im Nachmittagslicht, und das Abendessen im Camp fällt in die Zeit nach Sonnenuntergang. Manches ist allerdings anders. In den Wüstencamps wird im heiligen Monat kein Alkohol ausgeschenkt, und das Unterhaltungsprogramm fällt zurückhaltender aus; Bauchtanz etwa wird nicht aufgeführt. Welche Shows laufen, kann von Camp zu Camp und von Jahr zu Jahr verschieden sein. Wenn Ihnen eine bestimmte Show wichtig ist, fragen Sie vor der Buchung.
Unsere Wüstensafari in den roten Dünen mit Grillabend ist die klassische Variante. Sie fahren in einem geteilten Geländewagen mit höchstens sechs Gästen, 30 bis 45 Minuten durch die roten Dünen, halten zum Sandboarden und erreichen dann ein Camp, in dem arabischer Kaffee, Datteln und Süßes warten. Sie können Kamele reiten und füttern, einen Falken halten und sich mit Henna bemalen lassen, bevor es ein Buffet mit emiratischen, marokkanischen und arabischen Gerichten und Grill gibt. Die Abfahrt um 14:30 Uhr reicht in den Abend hinein und bringt zusätzlich eine Feuershow und den Blick durchs Teleskop in den Sternenhimmel. Alkohol ist bei dieser Tour zu keiner Jahreszeit inbegriffen. Kinder sind ab drei Jahren willkommen; die Dünenfahrt ist holprig und nicht empfohlen für Schwangere sowie Menschen mit Rücken- oder Herzbeschwerden. Essen Sie vor der Abholung nur leicht, ein Rat, der für Fastende wie Nichtfastende gilt.

Ein Wüstencamp bei Dubai in der Abenddämmerung, wenn das Abendessen beginnt — Foto: Unsplash
Wer einen ruhigeren Nachmittag sucht, ist beim Wüsten-High-Tea in einer Oase bei Dubai richtig, bei dem Essen und Ruhe im Mittelpunkt stehen, nicht das Fahren. Sie reisen selbst zu einer Oase in der Wüste südlich von Dubai an, denn Transfers sind bei dieser Option nicht dabei, und sitzen auf niedrigen Kissen im Beduinenstil vor einem traditionellen emiratischen Teeservice mit Luqaimat, Regag-Brot mit Käse, Um Ali, Datteln und omanischem Halwa, oder vor einem internationalen Service. Zu beiden gibt es Karak-Tee und roten Tee, und beide haben vegetarische Auswahl. Dazu kommen ein kurzer Kamelritt, die Begegnung mit einem Falken, Henna und Fotos mit Araberpferden, und Sie können zum Sonnenuntergang bleiben. Der Sonnenuntergang verschiebt sich im Lauf des Monats; buchen Sie im Ramadan, stimmen wir die Uhrzeit mit Ihnen ab.

Ein Geländewagen in den roten Dünen vor Dubai — Foto: Unsplash
Ein paar allgemeine Tipps für Ausflüge im Ramadan. Ihr Fahrer oder Guide fastet möglicherweise selbst, haben Sie also rund um den Sonnenuntergang Geduld, wenn er sein Fasten brechen möchte. Nehmen Sie Wasser mit, trinken Sie es aber im Fahrzeug oder im Camp statt auf offener Straße. Und buchen Sie für die letzten Wochenenden des Monats etwas früher als sonst, denn dann zieht es auch viele Einheimische in die Wüste.
Eid al-Fitr: das Ende des Fastenmonats
Sobald am Ende des Ramadan die neue Mondsichel gesichtet ist, beginnt Eid al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, mit mehreren Feiertagen. Der erste Tag beginnt früh morgens mit dem Festgebet, danach besuchen Familien ihre Verwandten, Kinder bekommen Geschenke, und die neue Kleidung wird ausgeführt. Der übliche Gruß lautet Eid Mubarak, und Sie werden ihn oft hören.
Für Besucher ist Eid lebhaft und voll. Restaurants, Malls und Strände sind gut besucht, viele Einwohner verreisen, und Hotels in den Emiraten wie auch die Wüstencamps sind gefragt. Fällt Ihre Reise in die Eid-Tage, buchen Sie Ausflüge und Wüstentouren früh und rechnen Sie an den großen Sehenswürdigkeiten mit Andrang. Die Gepflogenheiten des Ramadan gelten ab Eid nicht mehr, und die Stadt kehrt innerhalb weniger Tage zu ihrem gewohnten Rhythmus zurück.
Für wen sich der Ramadan eignet und für wen nicht
Der Ramadan passt zu Reisenden, die neugierig auf den Alltag vor Ort sind, lange Abende im Freien mögen und Lust haben, einen Iftar mitzuerleben. Er passt auch zu allen, die Wüste und Große Moschee bei mildem Spätwinterwetter sehen möchten. Familien mit kleinen Kindern kommen gut zurecht, solange Snacks und Getränke im Innenraum oder im Auto bleiben.
Weniger geeignet ist er, wenn die Reise um Nachtleben, Beach Clubs oder laute Unterhaltung kreist, die in diesem Monat gedämpft sind. Wer aus gesundheitlichen Gründen den ganzen Tag draußen essen und trinken muss, kommt zwar zurecht, verbringt aber mehr Zeit in Cafés und Einkaufszentren.
Kurze Checkliste für Dubai im Ramadan
- Prüfen Sie die erwarteten Daten und lassen Sie um den Beginn von Ramadan und Eid einen Tag Spielraum.
- Essen, trinken und rauchen Sie während der Fastenstunden drinnen oder in ausgewiesenen Bereichen, nie in der Öffentlichkeit.
- Kleiden Sie sich in der Stadt etwas zurückhaltender; Badekleidung bleibt an Strand und Pool.
- Vermeiden Sie knappe Transfers in der Stunde vor Sonnenuntergang.
- Prüfen Sie Öffnungszeiten in der Woche vorher auf den offiziellen Websites; besuchen Sie die Große Moschee am Vormittag.
- Reservieren Sie Iftar und Wüstentouren früh, besonders für die letzten Wochenenden und Eid.
- Wünschen Sie im Monat Ramadan Kareem und zum Abschluss Eid Mubarak.
Mit etwas Rücksicht ist der Ramadan kein Monat, den man meiden muss. Es ist der Monat, in dem die Emirate ihre Gastfreundschaft am offensten zeigen, und ein Abend in der Wüste oder an einer Iftar-Tafel erzählt mehr über das Land als jeder Blick auf die Skyline.