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Reiseziele · 15. Okt. 2026

Istanbuls asiatische Seite: Kadıköy, Moda und Üsküdar

Eine Fährfahrt von der Altstadt entfernt: Märkte, Uferwege, Sinan-Moscheen und der schönste Sonnenuntergang Istanbuls

Ein Händler sortiert frisches Gemüse an einem Marktstand.

Auf der asiatischen Seite Istanbuls lebt der größte Teil der Stadt – und hier sieht man den Alltag statt der Sehenswürdigkeiten-Runde. Mit der Fähre geht es in 20 Minuten über den Bosporus nach Kadıköy zu Markt und Essen, zu Fuß weiter nach Moda ans Meer, und ein zweiter halber Tag gehört Üsküdar mit seinen Moscheen, dem Leanderturm und dem schönsten Sonnenuntergang mit Blick auf die Altstadt.

Warum Sie überhaupt hinüberfahren sollten

Die meisten Erstbesucher wohnen in Sultanahmet, Beyoğlu oder Galata und setzen nie über. Schade, denn die asiatische Seite (Anadolu Yakası) fühlt sich anders an: weniger Reisegruppen, mehr Nachbarschaftscafés und Märkte, Straßen, in denen man fürs Abendessen einkauft statt Souvenirs. Von hier haben Sie außerdem den klassischen Blick auf die europäische Skyline mit Topkapı-Palast, Hagia Sophia und Süleymaniye auf dem Hügelkamm.

Für Wiederholungstäter ist sie oft das Highlight der zweiten Reise. Für Erstbesucher reicht ein halber Tag, um ein ganz anderes Bild von der Stadt zu bekommen.

So kommen Sie hinüber

Die Überfahrt gehört zum Erlebnis. Stadtfähren (Vapur) fahren regelmäßig von der europäischen Seite:

  • Eminönü oder Karaköy nach Kadıköy – etwa 20 Minuten, die beliebteste Strecke.
  • Eminönü oder Beşiktaş nach Üsküdar – etwa 15 Minuten.
  • Marmaray – die Bahn unter dem Bosporus verbindet Sirkeci und Yenikapı in wenigen Minuten mit Üsküdar, praktisch bei schlechtem Wetter.

Bezahlt wird mit der Istanbulkart, der aufladbaren Nahverkehrskarte aus den Automaten an Stationen und Anlegern. Die Fahrten sind im Vergleich zum Taxi günstig, und an Bord gibt es Tee und ein offenes Deck. Einen Simit für die Möwen nur mitnehmen, wenn Sie nichts gegen Begleitung haben.

Kadıköy: Markt und Essen

Kadıköy ist der lebendigste Stadtteil der asiatischen Seite. Von der Fähre über die Hauptstraße, und schon sind Sie im Çarşı, den Marktgassen rund um die Güneşlibahçe Sokak. Hier kauft Kadıköy ein: Fischhändler mit dem Fang des Tages auf Eis, Läden für eingelegtes Gemüse, die den Saft im Glas verkaufen, Käse- und Olivenstände, Lokum-Hersteller, Gewürz- und Kaffeeröstereien.

Außerdem kann man hier so gut ohne Reservierung essen wie kaum anderswo in der Stadt. Halten Sie Ausschau nach:

  • Esnaf Lokantası – Handwerkerlokale mit fertigen Schmorgerichten, Gemüse in Olivenöl und Reis, ausgesucht an der Theke.
  • Meze und Fisch – kleine Meyhane-Lokale mit kalten Vorspeisen und gegrilltem Fisch.
  • Kokoreç, Midye Dolma und Lahmacun – Streetfood-Klassiker, am besten an Ständen mit viel Betrieb.
  • Türkisches Frühstück am Wochenende mit Käse, Oliven, Honig und Kaymak.

Wer verstehen möchte, was er isst, ist mit einer geführten Verkostungstour am besten bedient. Unsere Food-Tour in Kadıköy auf der asiatischen Seite führt mit einem lokalen Guide durch den Markt, zu Ständen und kleinen Küchen, an denen man allein vorbeilaufen würde.

Jenseits des Marktes ist die Bahariye Caddesi die Haupteinkaufsstraße, und die Gassen von Yeldeğirmeni nördlich des Anlegers sind für Wandbilder und unabhängige Cafés bekannt. Abends ist Kadıköy das Zentrum der Bar- und Live-Musik-Szene.

Moda: Spaziergang am Wasser

Von Kadıköy sind es 15 bis 20 Minuten zu Fuß nach Süden bis Moda, einem Wohnviertel auf einer kleinen Halbinsel. Der Grund für den Besuch ist der Uferpark am Marmarameer, wo Einheimische abends auf Felsen und Wiesen sitzen. Es gibt alte Eisdielen, Teegärten und viele Bänke mit Meerblick.

In Moda wird entschleunigt. Kommen Sie am späten Nachmittag, gehen Sie am Ufer entlang und kehren Sie zum Abendessen nach Kadıköy zurück.

Üsküdar: Moscheen und Leanderturm

Üsküdar, ein Stück weiter nördlich, ist konservativer und historischer als Kadıköy. Direkt am Fähranleger steht die Mihrimah-Sultan-Moschee, entworfen vom großen osmanischen Baumeister Mimar Sinan. Ein paar Minuten am Wasser entlang liegt die kleine Şemsi-Pascha-Moschee, ebenfalls von Sinan, fast direkt an der Wasserlinie.

Vor der Küste steht der Leanderturm (Kız Kulesi) auf einer kleinen Insel; nach der Restaurierung ist er seit 2023 wieder zugänglich, Boote fahren von der Üsküdar-Seite. Das Ufer zwischen Üsküdar und Salacak ist der beste Ort der Stadt, um die Sonne hinter den Kuppeln und Minaretten der Altstadt untergehen zu sehen. Einheimische bringen Tee mit und setzen sich auf die Kaimauer.

Auf dem Hügel über dem Viertel steht die 2019 eröffnete Çamlıca-Moschee, die größte der Türkei; vom nahen Çamlıca-Hügel blickt man über beide Kontinente. Beides erreicht man besser mit dem Taxi.

Kuzguncuk

Weiter nördlich am Bosporus liegt Kuzguncuk, ein ehemaliges Dorf mit Holzhäusern, in dem Moschee, Kirchen und Synagoge nur wenige Gassen voneinander entfernt stehen. Ruhig, fotogen und beliebt für ein ausgedehntes Frühstück.

So planen Sie Ihre Zeit

Verfügbare ZeitVorschlag
Ein halber TagFähre nach Kadıköy, Markt und Mittagessen, zu Fuß nach Moda, Fähre zurück
Ein ganzer TagVormittags Üsküdar und Kuzguncuk, nachmittags Kadıköy und Moda, Abendessen in Kadıköy
Ein AbendSonnenuntergang am Ufer von Üsküdar, danach Abendessen in Kadıköy
Als Teil eines größeren TagesGeführter Tag über beide Kontinente mit Bosporus-Schifffahrt

Wer beide Seiten lieber an einem organisierten Tag sehen möchte: Unsere Istanbul-Tagestour Europa und Asien mit Bosporus-Fahrt verbindet die Altstadt mit einer Überfahrt auf die asiatische Seite und Zeit auf dem Wasser – ohne dass Sie Fähren und Transfers planen müssen.

Praktische Tipps

  • Zur Pendlerzeit (etwa 8–9 Uhr und 17–19 Uhr) sind die Fähren voll. Vormittags und am frühen Nachmittag ist es entspannter.
  • Der Markt in Kadıköy ist vom späten Vormittag bis zum frühen Abend am lebendigsten; sonntags schließen viele Läden früher.
  • Für Moscheen in Üsküdar: Schultern und Knie bedeckt, Kopftuch für Frauen.
  • Die asiatische Seite ist entspannt und sicher; im Gedränge gilt dieselbe Vorsicht mit Taschen wie überall in der Stadt.
  • Auch zum Übernachten ist sie eine Option: Kadıköy ist gut angebunden und oft günstiger als Sultanahmet.

FAQ

Wie komme ich von Sultanahmet nach Kadıköy?

Zu Fuß oder mit der Straßenbahn nach Eminönü, dann mit der Stadtfähre in etwa 20 Minuten nach Kadıköy. Bezahlt wird mit der Istanbulkart.

Lohnt sich die asiatische Seite bei einer kurzen Reise?

Ja, wenn Sie einen halben Tag erübrigen können. Fähre nach Kadıköy, Markt und Spaziergang nach Moda zeigen ein Istanbul, das die Sehenswürdigkeiten-Runde nicht zeigt.

Was ist besser, Kadıköy oder Üsküdar?

Kadıköy für Essen, Märkte und Nachtleben; Üsküdar für osmanische Moscheen, den Leanderturm und den Sonnenuntergang. An einem ganzen Tag schaffen Sie beides.

Kann man den Leanderturm besichtigen?

Ja, Stand 2026 fahren seit der Wiedereröffnung nach der Restaurierung Boote von der Üsküdar-Seite. Aktuelle Zeiten und Preise vorher prüfen.

Kann man sicher auf der asiatischen Seite wohnen?

Ja. Kadıköy und Üsküdar sind vor allem Wohnviertel, gut angebunden und bei Einheimischen wie Expats beliebt.

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