Reiseplanung · 15. Okt. 2026
Deutschland-Reisetipps für den ersten Besuch: Geld, Bahn, Umgangsformen
Bar oder Karte, Sonntagsruhe, Bahntickets, Trinkgeld und Alltagsregeln, die die erste Reise leichter machen
Deutschland ist ein unkompliziertes Reiseland, aber ein paar Gewohnheiten überraschen Erstbesucher. Nehmen Sie etwas Bargeld mit, auch wenn Karten weit verbreitet sind, rechnen Sie mit geschlossenen Geschäften am Sonntag, kaufen und entwerten Sie das richtige Ticket vor der Fahrt und runden Sie beim Bezahlen auf, statt Trinkgeld auf dem Tisch liegen zu lassen. Ansonsten helfen Pünktlichkeit, Rücksicht und ein wenig Direktheit weiter. Dieser Ratgeber richtet sich an internationale Gäste und eignet sich auch zum Weitergeben an Freunde aus dem Ausland.
Geld: Bargeld, Karten und Bezahlen
Deutschland galt lange als Bargeldland, und auch wenn Kartenzahlung schnell zugenommen hat, ist Bargeld nicht verschwunden. Supermärkte, Ketten, Hotels und die meisten Restaurants in Städten akzeptieren Karten, auch kontaktlos und per Smartphone. Bäckereien, kleine Cafés, Biergärten, Marktstände und manche Traditionskneipen nehmen teils nur Bargeld oder nur die girocard. Mit 30 bis 50 Euro in der Tasche sind Sie auf der sicheren Seite.
Nutzen Sie Geldautomaten von Banken statt freier Automaten in Touristengegenden. Bietet ein Automat oder Terminal die Abrechnung in Ihrer Heimatwährung an, wählen Sie Euro: Der Kurs vor Ort ist meist schlechter als der Ihrer Bank.
Trinkgeld
Der Service ist im Preis enthalten, Trinkgeld ist also ein Dankeschön und keine Pflicht. In Restaurants und Cafés rundet man auf oder gibt etwa 5 bis 10 Prozent. Üblich ist, beim Bezahlen den Gesamtbetrag zu nennen, etwa „32, bitte“ bei einer Rechnung über 29,50, statt Münzen auf dem Tisch zu lassen. Taxifahrer, Zimmerservice und Gästeführer freuen sich ebenfalls über eine kleine Anerkennung.
Sonntage und Öffnungszeiten
Das überrascht die meisten Gäste: Fast alle Geschäfte, auch Supermärkte, sind sonn- und feiertags gesetzlich geschlossen. Ausnahmen sind Läden in großen Bahnhöfen und Flughäfen, Tankstellen, Bäckereien für einige Morgenstunden und wenige verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Museen, Restaurants, Cafés und Sehenswürdigkeiten haben geöffnet, der Sonntag eignet sich also bestens fürs Sightseeing, nur nicht zum Einkaufen. Kaufen Sie am Samstag ein.
Werktags haben Geschäfte in Großstädten meist bis etwa 20 Uhr geöffnet, in kleineren Orten oft bis 18 oder 19 Uhr, manche mit Mittagspause. Viele Museen schließen montags.
Bahn und Nahverkehr
Das Bahnnetz reicht fast überallhin. Die Deutsche Bahn betreibt den Fernverkehr (ICE und IC) und viele Regionalzüge. Fernverkehrstickets bucht man am besten früh über Website oder App, um günstige Sparpreise zu bekommen, die an einen bestimmten Zug gebunden sind. Flexpreise kosten mehr, gelten aber für jeden Zug auf der Strecke an diesem Tag.
Für Nah- und Regionalverkehr gibt es das Deutschlandticket, ein Monatsabo für Busse, Straßenbahnen, U-Bahn, S-Bahn und Regionalzüge bundesweit, nicht aber für ICE und IC. Prüfen Sie aktuellen Preis und Kündigungsbedingungen vor dem Kauf (Stand 2026 ein kündbares Monatsabo). Für ein paar Tage in einer Stadt sind Tageskarten oder Touristenkarten oft einfacher.
Zwei Regeln sind wichtig. Erstens gibt es im Stadtverkehr meist keine Sperren, aber regelmäßige Kontrollen; ohne gültiges Ticket wird sofort ein erhöhtes Beförderungsentgelt fällig. Zweitens müssen manche Papiertickets vor der Fahrt entwertet werden. Verspätungen im Fernverkehr sind häufig, planen Sie also Puffer vor knappen Anschlüssen, Flügen oder Touren ein.
Umgangsformen im Alltag
- Pünktlichkeit: gilt als Zeichen von Respekt. Bei Touren und Reservierungen fünf Minuten früher da sein.
- Direktheit: Deutsche sagen Dinge oft geradeheraus. Das ist nicht unhöflich, sondern effizient. Ein kurzes „Guten Tag“ beim Betreten eines kleinen Ladens und „Tschüss“ beim Gehen kommt gut an.
- Ruhezeiten: in Wohngegenden nachts und sonntags Ruhe halten, auch in Hotels und Ferienwohnungen.
- Radwege: oft rot markiert oder auf dem Gehweg abgetrennt. Nicht darauf gehen, Radfahrer sind schnell.
- Rote Ampel: Einheimische warten oft auch bei leerer Straße, vor allem vor Kindern.
- Pfand: auf die meisten Plastikflaschen und Dosen; Rückgabe an Automaten im Supermarkt.
- Wasser: Leitungswasser ist trinkbar, Restaurants servieren aber Flaschenwasser, meist mit Kohlensäure, wenn man nicht „stilles Wasser“ bestellt, und berechnen es.
- Tische teilen: in Biergärten und einfachen Lokalen normal; vorher „Ist hier frei?“ fragen.
Essen und Trinken
Die deutsche Küche ist regionaler als ihr Ruf: Knödel und Braten in Bayern, Currywurst und Döner in Berlin, Wein und Bocksbeutel in Franken, Fischbrötchen an der Küste. Mittags wird oft warm gegessen, und viele Restaurants bieten werktags einen günstigeren Mittagstisch. Vegetarische und vegane Gerichte sind in Städten inzwischen selbstverständlich. In Berlin zeigt ein Food-Walk mit Currywurst, Döner und deutschem Gebäck schnell, wie die Stadt wirklich isst.
Mit einem Einheimischen ankommen
Auf der ersten Reise sparen ein paar Stunden mit einem Guide am ersten Tag viel Zeit: Sie lernen den Nahverkehr kennen, erfahren, wo man gut isst, und was sich für die restlichen Tage lohnt. In Berlin führt ein privater Stadtrundgang ab Ihrem Hotel in Ihrem Tempo zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. In München macht ein privater Altstadtrundgang mit eigenem Guide dasselbe für Marienplatz, Viktualienmarkt und die alte Residenzstadt.
Praktisches auf einen Blick
| Thema | Was Sie wissen sollten |
|---|---|
| Notruf | 112 für Rettungsdienst und Feuerwehr, 110 für Polizei |
| Strom | 230 Volt, Steckertyp C und F |
| Ausweis | Reisepass oder Personalausweis mitführen |
| Sprache | Englisch in Städten und bei Jüngeren weit verbreitet |
| Rauchen | in den meisten öffentlichen Innenräumen verboten; Regeln je nach Bundesland |
| Sicherheit | grundsätzlich sicher; Vorsicht vor Taschendieben in Bahnhöfen und vollen Zügen |
Einreisebestimmungen
Deutschland gehört zum Schengen-Raum. Gäste aus vielen Ländern dürfen bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen ohne Visum bleiben, andere benötigen vorab ein Schengen-Visum. Das Einreise-/Ausreisesystem der EU registriert Nicht-EU-Reisende an der Grenze, die ETIAS-Reisegenehmigung soll folgen. Die Regeln ändern sich, prüfen Sie daher die Angaben des Auswärtigen Amts oder der offiziellen EU-Seiten für Ihre Staatsangehörigkeit.
FAQ
Braucht man in Deutschland Bargeld?
Ja, ein wenig. Karten werden in den meisten Hotels, Geschäften und Restaurants akzeptiert, Bäckereien, kleine Cafés und Marktstände nehmen aber teils nur Bargeld.
Haben Geschäfte sonntags geöffnet?
Fast keine. Ausnahmen sind Läden in großen Bahnhöfen und Flughäfen, Tankstellen und manche Bäckereien. Museen und Restaurants sind geöffnet.
Wie viel Trinkgeld gibt man?
Aufrunden oder etwa 5 bis 10 Prozent, indem man beim Bezahlen den Gesamtbetrag nennt.
Lohnt sich das Deutschlandticket für Touristen?
Wer über Wochen viel Regionalzug und Nahverkehr nutzt, ja. Es gilt aber nicht im ICE oder IC und ist ein Abo. Für einen kurzen Städtetrip sind Tageskarten oft einfacher.
Spricht man in Deutschland Englisch?
In Städten, Hotels und Touristengegenden ja, auf dem Land und bei Älteren seltener. Eine Übersetzungs-App hilft.
Buchen, was Sie gerade gelesen haben
Entdecken Sie passende Touren und prüfen Sie Buchungsoptionen und Leistungen auf der jeweiligen Tourseite.
Private Stadtführung durch Berlin ab Ihrem Hotel mit eigenem Guide
3 Stunden · Berlin
289 €/ Person
Tour ansehenPrivate Altstadtführung in München mit Ihrem eigenen Guide
2 Stunden · Munich
175 €/ Person
Tour ansehenKulinarischer Rundgang in Berlin: Currywurst, Döner und Gebäck
3 Stunden · Berlin
76 €/ Person
Tour ansehen